Besichtigungstriathlon von Scholl-Lehrerinnen und Lehrern bei den Stadtwerke Düsseldorf

Besichtigungstriathlon von Scholl-Lehrerinnen und Lehrern bei den Stadtwerke Düsseldorf

Pünktlich um 12 Uhr kommt der Bus, um 16 gespannte Lehrerinnen und Lehrer des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Düsseldorf abzuholen, die sich auf einen Triathlon der besonderen Art auf den Weg machen: Sie wollen an einem Nachmittag ihren Kooperationspartner, die Stadtwerke Düsseldorf, kennenlernen.

Die erste „Disziplin“: Lernen, wie ein Biomasse-Kraftwerk funktioniert. Am Tor empfängt uns der Schulkoordinator und Organisator des heutigen Tages, Herrn Berghahn, um uns der Betriebsführung durch Herrn Goernemann zu überlassen, der uns treppauf, treppab das Röhrengewirr erklärt und nicht nur auf naive Fragen: „Wo bekommen Sie denn so viel Holz her?“, sondern auch auf die Fragen zu verschiedenen Verbrennungstechniken oder Inhaltsstoffen von Rückständen kompetent und geistreich antwortet.

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Nach eineinhalb Stunden Stationswechsel – auf zur Hauptverwaltung nach Flingern an den Höherweg. Angesicht von Gursky-Bildern in der Cafeteria, Bäumen im überdachten Innenhof und sonnendurchfluteten Büroräumen ohne Klimaanlagen träumen die Pädagogen doch von ähnlich raumklimaoptimierten Klassenzimmern.

Der Ausbildungsleiter, Herr Krumpen, stellt uns die verschiedenen Ausbildungsbereiche vor. Gerade im Bereich der von den Stadtwerken angestrebten dualen Ausbildung mit berufsbegleitendem Studium sehen wir Verknüpfungen von Schule und Wirtschaft und auch zukünftige Kooperationsfelder zwischen den SWD und dem GSG.

Wir haben den Eindruck, dass Auszubildende hier eine qualifizierte Ausbildung erhalten, im Rahmen derer sie über den fachlichen Tellerrand hinweg schauen, ablesbar an einem selbst erstellten Film zur DGB-Kampagne „Mach meinen Kumpel nicht an!“, der ausgezeichnet wurde und sich auch für den Politik-Unterricht in Klasse 8 und 9 bestens eignet.

Zur letzten Station geht es quer durch die Stadt zum Wasserwerk „Am Staad“ im Düsseldorfer Norden. Hier können Herr Pützhofen, Sprecher aus dem Bereich Unternehmenskommunikation, und Herr Berghahn uns Laien das spezielle Verfahren der Trinkwassergewinnung und –aufarbeitung, das spezifische Filtersystem, das als „Düsseldorfer Verfahren“ international bekannt geworden ist, näher bringen. Wie stark Mutter Natur bereits das versickerte Rheinwasser „aufarbeitet“, können wir staunend in einem 20 m tiefen Uferfiltrat-Brunnen sehen: der Brunnenboden ist trotz momentan hohen Wasserstands deutlich zu erkennen.

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Dass der Begriff „Werk“ nicht gleichbedeutend ist mit großen Industrieanlagen, Röhrengewirr, Dreck und Lärm, konnten wir bereits beim Eintritt in die große Halle bemerken: ein lichtdurchfluteter kreisrunder Raum, in dem große blaue Tanks architektonisch und farblich reizvoll die kreisrunde Halle umsäumen. Wie wir dann lernen, sind dies mit Aktivkohle gefüllte Filter. Die innere Oberfläche von vier Gramm Aktivkohle entspricht – für uns Laien kaum nachvollziehbar – ungefähr der Fläche eines Fußballfeldes. Mit diesem Wissen wird es schon vorstellbar, dass mithilfe der Aktivkohle das Wasser von allen organischen Stoffen und Einzelsubstanzen gereinigt werden kann.

Wir Lehrerinnen und Lehrer bedanken uns für einen hoch interessanten Nachmittag, der von Herrn Berghahn organisatorisch und inhaltlich bestens begleitet wurde. Vor allem war in allen drei Stationen neben den technischen Highlights ausreichend Zeit angeregt gesellschaftlich relevante Themen zu diskutieren. Angesprochen wurden der Einsatz von regenerativen Energien, die Privatisierung der Wasserversorgung und die Verantwortung eines Betriebes hinsichtlich der Ausbildung und Wertevermittlung für die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Stadtwerke Düsseldorf haben sich als fachlich kompetenter Partner empfohlen, bei dem wie am Scholl Themen der Nachhaltigkeit groß geschrieben werden. Unsere Schülerinnen und Schüler sollten die Möglichkeit von Betriebspraktika und vor allem die Angebote für ein duales Studium nutzen!

 

Erne Wehrhahn