Bericht: Austausch Düsseldorf - Maubeuge 2005

Bericht: Austausch Düsseldorf – Maubeuge 2005

Und wir dachten – verdammt, sie saßen nicht im Zug! Da wir schon von Anfang an sehr gespannt waren, wie unsere Partner für die anstehende Woche sich verhalten würden, entstand wohl jetzt das absolute Chaos. Doch nach einer Weile der Beruhigung, hörten wir französische Laute. Langsam tigerte Frau Gutwinski den Bahnsteig entlang, um vielleicht bedeutsame Wörter herauszulauschen. Als wir behutsam hinter ihr herschlichen, bemerkten wir, dass ihre Schritte schneller wurden und sie ein Ziel angepeilt hatte – na ja, kurze Zeit später standen wir parallel mit Sicherheitsabstand vor einer fremden Gesellschaft.

Hektisch wurden unsere Namen aufgerufen, die dann mit den Französischen vervollständigt wurden. Nachdem Frau Gutwinski flugs noch einzelne Probleme mit den einzelnen Pärchen geklärt hatte, wie „Sie hat erst vier Monate Französisch; ihr schafft das schon!“ oder „Natärlich ist es einfacher für euch auch in Englisch zu unterhalten, aber ihr seid hier, um euer Französisch bzw. Deutsch zu verbessern“, war man dann auf sich und seine bisherigen Sprachkenntnisse angewiesen. Nun traf der wohl vorher gefürchtete Zeitpunkt ein: „Ich, Bus, fremdes, französisches Wesen.“ Doch nach einer Weile merkten wir, dass es eigentlich recht amüsant war, sich mit Händen und Füßen zu verständigen. Zu Hause angekommen, wurden die Neuankömmlinge freundlich begrüßt und es wurden die ersten formalen Fragen wie „War die Fahrt gut?“ und „Hast du Hunger?“ gestellt, die allerdings nur mit unsicheren „Ja?“ und „Nein?“ und einem dazugehörigen Seitenblick beantwortet wurden. Abends wurde langsam aber sicher die sprachliche Blockade gebrochen. Die darauf folgende Woche verging wie im Flug, da die Franzosen eine Düsseldorfer Stadterkundung mit Herrn Kersting und …zig Tagesexkursionen wie nach Bonn, Oberhausen oder Köln mitgemacht haben. Ganz besonders toll war allerdings der gelungene Abschiedsabend, den wir zum grüßten Teil unserem großzügigen Hausmeister zu verdanken hatten, der uns die Klassenräume mit Vertrauen zu Verfügung gestellt hatte, da wir sie nicht a` la Rock-Star zurichten würden. Am Montag war es dann wieder soweit und wir mussten unsere französischen Schützlinge zurück in ihre Heimat fahren lassen. Am Gleis wurden schnell noch Handynummern und E-mail Adressen ausgetauscht, da war es nicht wunderlich, dass die Zahlen nur so dahin geschluchzt wurden. So gegen zwanzig vor neun stiegen sie betrübt in den Zug ein und fuhren zurück. Für uns hieß es aber nur: Bloß nicht zu schnell laufen, wir könnten ja noch zur zweiten Stunde kommen!
Fazit:
So ein Austausch ist wirklich interessant und lernfördernd, gerade weil sprachliche Hürden genommen werden und das Vokabular in Französisch wie auch in Englisch vergrößert wird. Außerdem erhält man viele neue Erfahrungen und Freunde. Also, wer die Chance hat mitzumachen, sollte sie nutzen! Wir freuen uns schon auf März, denn dann werden wir Düsseldorfer Frankreich unsicher machen!!!

Diana Müller & Hakan Östen