Holocaustgedenktag 27.1.2014: Lesung mit Bernt Hahn: T. Borowski, Bei uns in Auschwitz

Am 27.1. versammelten sich SchülerInnen  der  9d  (Geschichte: Frau Staebner),   der Q1 (Frau Menzel) und  der  9c (Geschichte: Frau Deschner-Schmitt), um an der Lesung mit dem Schauspieler Bernt Hahn teilzunehmen. Er hat unserer Schule diese Veranstaltung geschenkt anlässlich des Holocaustgedenktages.

Borowski

Es war die erste Lesung, an der ich teilgenommen habe. Vorgelesen wurde aus dem Buch von Tadeusz Borowski: Bei uns in Auschwitz. Im Geschichtsunterricht haben wir die NS-Zeit und den Holocaust besprochen, so dass ich vorinformiert war, und Bescheid wusste, worum es in dem Buch ging.

Zunächst erfuhren wir, dass Borowski Häftling in Auschwitz war. Seine Frau im Lager kennenlernte, dass er aber scheinbar mit dem Leben nach seiner Befreiung nicht zurechtkam, weil er sich 1951 das Leben nahm, indem er den Gashahn aufdrehte. Borowski  beschreibt  das grauenvolle  Vorgehen gegen Juden im NS-Regime.  Die Sprache ist manchmal fast sachlich. Mich erschreckte vor allem mit welcher Selbstverständlichkeit die schrecklichen  Vorgänge beschrieben werden: wie man am besten Leichen trägt, die Menschen ausplündert und mit Lügen in den Tod schickt. Ich kann mir nicht vorstellen wie man die grauenhaften Erlebnisse als Teil der sogenannten  „Kanada Staffel“  ertragen und damit weiterleben konnte. Es ist unglaublich wie gewaltbereit die SS war und selbst vor Kindern keine Gnade zeigte. Auch wie das Leben im KZ dargestellt wird, macht Angst. Menschen sterben, sterben und sterben. Der Hungertod  ist Alltag. Menschen fallen um vor Erschöpfung.  Ärzte benutzen Menschen zu grauenhaften Versuchen. Ich kann nicht verstehen wie man so handeln  kann ohne Mitleid zu empfinden.

Gespräch mit Herrn Hahn 

Im Anschluss an die Lesung stellten wir Herrn Hahn einige Fragen, die wir im Unterricht abgesprochen hatten.

Schüler: Wie sind Sie auf die Idee gekommen so eine Lesung in einer Schule vor Schülern zu halten?

Herr Hahn:  Ich h hoffe, dass diese Lesung auf Euch Schüler  so wirkt wie auf mich als ich das erste Mal – allerdings  ein anderes Buch von Borowski – gelesen habe. Mich hat ein tiefer Schrecken befallen, der mich nicht mehr losgelassen hat. Zum Nachdenken wollte ich Euch bringen.

Schüler:  Wann haben Sie zum ersten Mal vom Holocaust erfahren? Was empfinden Sie, wenn Sie an den Holocaust denken?

Herr Hahn: Ich war 14 – 15 Jahre alt, so alt wie die meisten von Euch. In der Schule. Dann las ich Bücher und besuchte später ein ehemaliges KZ. Der Holocaust ist so unvorstellbar grausam, aber  wahr.

Schüler: Weshalb haben Sie für Ihre Lesung gerade den Autor Borowski ausgesucht?

Herr Hahn: Borowski  hat mich besonders beeindruckt. Die Art und Weise wie er über  das Leben und Überleben im Konzentrationslager berichtet.

Schüler: Danke für die Lesung und für das Gespräch.

Meinungen

Herr Hahn hat so gelesen, dass ich glaubte dabei zu sein. Auf mich hat die Lesung sehr emotional gewirkt. Ich konnte sehr mitfühlen. Diese Lesung hat mir nochmals die Augen geöffnet. Man muss sehr dankbar sein für das Leben, das wir heute führen. So eine Lesung sollte auf jeden Fall wiederholt werden. Es war eine interessante und wissensreiche Erfahrung.

(SchülerInnen der 9c )