Moskauaustausch Vol. 29 (MMXVIII)

Moskauaustausch Vol. 29 (MMXVIII)

MOSKAU…

„…fremd und geheimnisvoll, Türme aus rotem Gold…

Es ist kaum zu glauben, aber die zwei Wochen in der Haupstadt Russlands neigen sich dem Ende entgegen. Die 16 Schüler der Jahrgangsstufe 9, die an dem Austausch teilgenommen haben, tauchten für diese Zeit in das Alltagsleben einer hiesigen Familie ein. Was sie gesehen und erlebt haben, werden sie nicht vergessen, das haben zumindest viele der Abschlussveranstaltung betonnt. Und sogar wenn sie es vergessen sollten, können sie es jeder Zeit in ihren Erfahrungsberichten nachlesen.

Philip fasst seine zwei Wochen folgendermaßen zusammen:

In meiner Zeit in Russland habe ich sehr viel gesehen und erlebt. Jeder Tag unterschied sich von den anderen und dennoch hatten alle gemeinsam, dass wir viel Neues gesehen haben und neue Erfahrungen sammeln konnten. So konnte man bei dem Besuch des Kremls nicht nur etwas über den Kreml lernen, sondern wir lernten etwas über die orthodoxe Kirche und verbrachten Zeit miteinander. Überhaupt schweißte uns der Aufenthalt in Russland stark zusammen. Ich denke, wir hatten alle zunächst die gleichen Probleme, wie z.B.: das ungewohnte Bett, Heimweh oder einfach nur das Nehmen der ersten Dusche (to take a shower). Weil wir aber keinen kannten, wurde unsere Austauschgruppe quasi zu unserer „Familie“, mit denen wir uns beraten und austauschen konnten. Mir ist in Moskau besonders aufgefallen wie gesellig die Russen sind. Es verging praktisch kein Abend, an dem nicht ein anderer deutscher Schüler mit seinem Austauschpartner mit zum Essen kam oder mit spazieren ging. Letzteres ist aber ebenfalls etwas, was mir hier aufgefallen ist und zwar, dass die Russen sehr viel zu Fuß gehen und wenn man mal nicht zu Fuß geht, dann fährt man mit der Bahn. Diese unterscheidet sich vor allem in punkto Pünktlichkeit von der Deutschen. Man muss nie länger als zwei Minuten auf eine Bahn warten, was daran liegt, dass sich die Türen nach einer bestimmten Zeit automatisch schließen. Das zeigt nur erneut, wie unterschiedlich die Kulturen unserer Länder sind.

Auch in der Schule merkt man die Unterschiede. So ist es in den Klassen so leise, dass sie die Türen zu den Gängen offen stehen lassen können ohne, dass man ein Geräusch vernimmt. In unserer Schule dagegen hört man die Klassen auch durch die geschlossenen Türen. Was meiner Meinung nach der Unterschied ist, ist die fehlende Disziplin. In Russland werden den kleinen Kindern diese Eigenschaften anerzogen, während in Deutschland viel mehr wert auf Hilfsbereitschaft und Rücksicht gelegt wird. Und das äußert sich eben in etlichen Alltagssituationen, wie z.B. in der Bahn.

Eine Sache, die mir in Moskau ebenfalls aufgefallen ist, dass hier die Familie eine sehr große Rolle spielt. So lernte ich in meiner Zeit in Russland nicht nur die Geschwister und Eltern meines Austauschpartners kennen, sondern auch seinen Großvater und seine Tante. Das Zusammentreffen mit letzterer erfolgte jedoch unter etwas ungewöhnlichen Bedingungen.
So lag ich also um zwei Uhr nachts im Bett und schrieb an eben genau diesem Text, als plötzlich die Tür zu meinem Zimmer aufging und ein weiblicher Kopf erschien. Ich, völlig perplex, begrüßte sie auf deutsch, woraufhin sie sich nach kurzem Zögern neben mich legte. Ich, vollkommen überrascht von dieser doch recht ungewöhnlichen Tat, stand auf und schaltete das Licht ein. Nun war sie es, die mich überrascht anguckte und feststellte, dass ich wohl der falsche Junge sei, bei dem sie im Bett lag. Also entschuldigte sie sich hastig und stürmte hinaus. 

Aufgrund der Erlebnisse und Erfahrungen, die ich in den letzten beiden Wochen gemacht habe, denke ich, dass der Austausch eine große Möglichkeit bietet, neue Menschen und deren Kulturen kennenzulernen und zu verstehen.

MOSKAU…