Studienfahrt nach Krakau und Auschwitz 2015

Studienfahrt nach Krakau und Auschwitz 2015

Vor den Sommerferien trafen wir uns das erste Mal mit Interessierten für die Krakau-Fahrt. Ursprünglich war eine Fahrt nur für SchülerInnen des Projekt-Kurses in Geschichte geplant aber über 80 SchülerInnen der EF und Q1 erschienen zur Informationsveranstaltung. Letztendlich sind wir dann am 23.01.2015 mit 49 Schülern unter Begleitung von Frau Deschner-Schmitt, Frau Staebner, Herrn Ullrich und Herrn Wehrhahn im Flughafen in Kattowitz angekommen.
Das Secret Garden Hostel in Krakau, in dem wir während der sechs-tägigen Fahrt untergebracht waren, war sehr gemütlich und befand sich in Kazimierz, dem ehemaligen Judenviertel.
An unserem ersten Tag besuchten wir zusammen das Hauptlager Auschwitz, in dem in den teilweise noch erhaltenen Gebäuden verschiedenste Ausstellungen zum Holocaust und der Nazi Zeit untergebracht sind.
Vor allem die sogenannte „Judenausstellung“ hat uns alle sehr berührt, da dort besonders auf die persönliche Geschichte einzelner Menschen bzw. Familien eingegangen wurde, z.B. waren in einem Raum Bildschirme aufgebaut, die Interviews mit Überlebenden des Holocaust zeigten und in Englisch, Polnisch und Hebräisch untertitelt waren. Im letzten Raum dieser Ausstellung befindet sich das bekannte Buch, in dem alle verstorbenen Juden aufgelistet sind, die während des Holocaust gestorben sind. An diesem Tag sahen wir uns auch das Museum in den Räumen der ehemaligen Schindler-Fabrik an.
Wir besichtigten während unserer Fahrt auch das Lager Auschwitz-Birkenau an, welches besonders durch seine immense Größe auffällt. Während der Zeit der Nazis besaß dieses Vernichtungslager fünf Gaskammern mit angeschlossenen Krematorien. Die Gaskammern und Krematorien wurde von den Nazis kurz vor Kriegsende zerstört um die Beweise zu vernichten, bevor die Rote Armee diese bei ihrer Befreiung der verbliebenen Insassen finden konnten.
Einen Großteil der Häftlinge waren aber vor der Ankunft der Roten Armee von den SS-Aufsehern auf die sogenannten „Todesmärsche“ geschickt worden. Der größte Teil der Gefangenen haben die Strapazen nicht überlebt.
Wir hatten das Glück an einem Zeitzeugengespräch mit Herrn Tadeusz Smereczvnski, der 1942 als politischer Strafgefangener in das Hauptlager Auschwitz l gebracht wurde, teilzunehmen. Dieser erzählte uns seine Geschichte sehr bereitwillig und beantwortete geduldig unsere vielen Fragen. Das Gespräch berührte viele von uns, da unser Zeitzeuge sehr ehrlich alle unsere Fragen beantwortet hat. Nach seiner Befreiung hat Herr Smereczvnski Medizin studiert und sich seine tattowierte Sträftlingsnummer entfernen lassen, was ihm aber nach eigener Aussage nicht geholfen hat seine Erlebnisse zu vergessen. Er hat es sich inzwischen zu seiner Lebensaufgabe gemacht, andere Menschen über sein Schicksal zu informieren, um somit eine Wiederholung der Geschichte zu verhindern.
Wir hatten am dritten Tag eine Führung durch das Judenviertel in Krakau, welche allerdings durch das extrem kalte Wetter etwas verkürzt wurde. Trotzdem war es eine sehr interessante Tour durch Kazimierz und die Innenstadt von Krakau, in der wir viel über die Lebensverhältnisse der Menschen erfahren haben.
Am letzten Tag unserer Reise fuhren wir erneut nach Auschwitz-Birkenau, um uns auf einer Großbildleinwand die Übertragung der Jubiläumsfeier zur 70-jährigen Auschwitz-Befreiung anzusehen. Mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern standen wir im vorabendlichen, verschneiten Auschwitz-Bitkenau. Ein beklemmendes Gefühl. Und auch wenn wir nicht viel verstehen konnten, weil die Übertragung auf Polnisch war, hat es uns allen viel bedeutet bei so einer Veranstaltung vor Ort zu sein.

Alles in allem war die Fahrt sehr interessant und hat trotz des ernsten Themas Spaß gemacht. Es ist auf jeden Fall eine Reise, die wir alle wohl nicht so schnell wieder vergessen werden.

Moira Losch – Schülerin der Q1