Mauer der Vorurteile und Tor der Begegnung

Mauer der Vorurteile und Tor der Begegnung

Im Rahmen des katholischen Religionsunterrichts haben wir das Thema „Vorurteile“ behandelt. Ziel war es, ein Projekt zu dieser Thematik durchzuführen. Zunächst haben wir Vorurteile gesammelt und aufgeschrieben. Diese Aufgabe brachte uns dazu, sich mit den „Vorurteilen“ auseinanderzusetzen. Wir haben erfahren, dass Vorurteile vorab wertende Urteile sind. Sie entstehen durch fehlende Kommunikation, fehlende Erfahrung, Unwissen und Unlust oder Zeitmangel, sich mit Themen auseinanderzusetzen. Vorurteile treffen meistens auf einzelne Personen zu, werden dann aber Personengruppen allgemein zugeschrieben.
Mit unserem Projekt haben wir versucht, die Verwendung von Vorurteilen in unserer Gesellschaft  zu hinterfragen.
Als Symbol der Vorurteile haben wir eine Mauer aus Kartons aufgebaut und dort unsere Vorurteile festgehalten. Einige interessierte Lehrer ergänzten unsere Mauer mit noch mehr Vorurteilen.

Für den Aufbau der Mauer der Vorurteile haben wir den Scholltag gewählt. Dieser Tag wird an unserer Schule Sophie und Hans Scholl gewidmet. Wir wollten dadurch unseren Beitrag zum Nachlass der Weißen Rose leisten, den man zusammenfassen kann mit den Worten: „Wir schweigen nicht…“ Da am Abend das Benefizkonzert stattfand, war es eine gute Gelegenheit, unser Projekt auch nach Außen zu präsentieren. Die Besucher des Konzerts haben interessiert die Bilder und Texte betrachtet, da die Mauer sozusagen im Weg stand. Kurz vor der Pause entfernten wir den mittleren Teil der Mauer und bauten den Torbogen. Die Plakate mit Vorurteilen rissen wir ab und legten auf dem Boden, damit alle Besuche über die Vorurteile gehen. Dadurch wollten wir verdeutlichen, dass diese Art des Denkens wertlos ist.

Diese Aktion hat uns sehr gefallen und hoffentlich viele zum Reflektieren angeregt. Jana

Ich fand es sehr interessant, mich mit dem Thema Vorurteile zu beschäftigen und ich machte mir zum ersten Mal so richtige Gedanken darüber, dass man viel zu oft etwas Falsches denkt über Menschen aus anderen Länder, mit anderer Hautfarbe…

Ich hätte nicht gedacht, dass uns so viele Vorurteile gegenüber anderen Menschen einfallen.
Da wir die Mauer und das Tor bauen mussten, war das eine andere Art von Unterricht, die mir persönlich sehr gefallen hat. Sophia

Für das Religionsprojekt gestalteten wir verschiedene Bilder zum Thema Vorurteile. Ich habe das Vorurteil „Mädchen sind nicht sportlich“ ausgewählt, weil ich es immer wieder von vielen Mitschülern höre. Sie sind davon überzeugt, dass Jungs sportlicher sind, aber das stimmt nicht! Natürlich sind Jungs in einigen Disziplinen besser, aber man kann Mädchen und Jungs nicht vergleichen, da Jungs von Natur aus mehr Muskelmasse besitzen. Trotzdem darf man Mädchen nicht als unsportlich betrachten, denn obwohl sie weniger Muskeln besitzen, sind sie in einigen Sportarten leistungsstärker.

Als wir die Mauer der Vorurteile aufgebaut haben, ist uns bewusst geworden, dass man die Vorurteile oft im Alltag hört, oder sie selbst gegenüber anderen von sich gibt, auch wenn sie meist nicht wahr sind. Uns ist klar geworden, wie wir untereinander mit uns umgehen.Daraufhin wurde die Mauer der Vorurteile zum Tor der Begegnung umgebaut. Die Vorurteile konnten von den Anwesenden zerstört und übertrampelt werden. Am Tor hingen nun Bilder, die zeigten, dass die Vorurteile nicht stimmen. In der Mauer war eine Tür, die man passieren konnte. Man war wilkommen. Die Menschen sollten zusammen halten und sich gegenseitig empfangen. Pia