20. Projektwoche zur Nachhaltigkeit

20. Projektwoche zur Nachhaltigkeit

Auch dieses Jahr kamen wieder ca. 150 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 in den Genuss einer Projektwoche zur Nachhaltigkeit. Vom 8. Oktober bis zum 12. Oktober wurde in Kleingruppen gelernt, ausprobiert, designt, gebaut, gebastelt, geprobt und gelacht. Die Schülerinnen und Schülern näherten sich aus verschiedensten Perspektiven dem Thema der Nachhaltigkeit und konnten Ihre Lehrer und Mitschüler dabei auch noch einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen.

Im Anschluss einer spannenden Woche wurden die Ergebnisse vor einer wie immer bis auf den letzten Platz gefüllten Aula im Rahmen des Erprobungsstufenfests präsentiert. Dass dies für viele Schülerinnen und Schüler der erste Auftritt auf einer Bühne war, ließen sich die jungen „Nahhaltigkeitsexperten“ nicht anmerken und meisterten ihre Darbietungen souverän.

Text: C. Schulte

Folgende Projekte wurden angeboten:

  • Nachhaltige Produkte – gestern, heute und morgen (Frau Kost / Frau Lodde)
  • Elektroschrott ist Gold wert (Frau Sander)
  • Schokolade – eine faire Bohne!? (Frau Benz, Frau Esser, Herr Roitzheim, Herr Schütte)
  • Upcycling – Schmuckdesign (Frau Heine, Frau Wilms)
  • Fit statt fett (Frau Brunklaus, Herr Ullrich, Herr Linnemann)
  • Nachhaltige Fotos aus der Dunkelkammer (Frau Lange, Herr Ißler, Herr Roseck)
  • Urban Gardening im Schollgarten (Herr Mönter, Frau Dreßen, Frau Fliedner, Herr Aders)
  • Poetry Slam (Frau Kuchner, Herr Mahlberg, Frau Berdid)
  • Römer und Recyycling (Frau Goldkuhle, Frau Großhanten, Herr Kallert)
  • Umwelttheater (Herr Kaysers)

Das Projekt „Schokolade – aber fair!“

Ob pur, mit Nüssen, als Brotaufstrich, Kakao, Eis oder Kuchenglasur – Schokolade führt uns fast jeden Tag in Versuchung und kaum jemand kann genug davon kriegen. Doch woher kommt unsere Schokolade überhaupt und was hat sie mit Nachhaltigkeit zu tun?
Damit hat sich unser Projekt „Schokolade – aber fair!“ während der Projektwoche 2018 beschäftigt. Unter der Leitung von Frau Benz, Frau Esser, Herrn Roitzheim und Herrn Schütte sind knapp 20 Schülerinnen und Schüler zu wahren Schokoladen-Experten geworden – und zwar nicht nur den Konsum betreffend!

Unter dem Stichpunkt der Ökologie haben wir uns zunächst damit beschäftigt, welche klimatischen Anforderungen ein Kakaobaum stellt, wo und wie er wächst. Dass oftmals Regenwald für Kakaoplantagen weichen muss, war eine erste traurige Erkenntnis.
Die Schülerinnen und Schüler wurden zu Kartographen und erstellten eigene Weltkarten, auf der die Wachstumsregionen und der Weg über das Meer bis hin zum Verbraucher sichtbar wurden.
Weiterhin erfuhren die Schülerinnen und Schüler, welche Teile des Kakaobaums wirklich zur Schokoladenherstellung genutzt werden und wie diese verarbeitet werden, um bei uns verzehrt werden zu können.

Am zweiten Tag des Projekts kartierte die Gruppe unter einem ökonomischen Gesichtspunkt ein Supermarktregal hinsichtlich der angebotenen Schokoladentorten und -Marken und deren Preisen. Natürlich konnten wir den Supermarkt nicht verlassen, ohne einige Sorgen zu kaufen, die dann in der Schule blind verköstigt wurden. Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Geschmacksknospen auf die Probe stellen und sollten herausfinden, welche Schokolade fair produziert wurde und welche nicht. Das Ergebnis: fair schmeckt besser! Diese Erkenntnis wurde unterstützt durch den Fakt, dass Kakaobauern nur einen Bruchteil des Preises für eine Tafel Schokolade erhalten, die nicht fair-Trade ist, und damit nicht nur sich und ihre Familien, sondern auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezahlen müssen. Spätestens hier verging einigen der Appetit auf herkömmliche Schokolade. Im Anschluss daran wurden unter dem sozialen Aspekt die Arbeitsbedingungen auf Kakaoplantagen erarbeitet, welche gravierende Zustände aufweisen. Verschleppte Kinder, die auf Kakaoplantagen arbeiten müssen, um ihre Familien zu ernähren und dabei teilweise schwere Verletzungen durch Macheten erleiden, sind keine Seltenheit.
Nachdem die Gruppe ihren eignen Schokoladenkonsum kritisch reflektiert hatte, fragten wir uns, was andere Menschen über die Lieblingssüßigkeit der Deutschen wissen und führten eine Befragung im Volksgarten mithilfe eines selbst erstellen Fragebogens durch.
Die Schülerinnen und Schüler werteten die Ergebnisse in mühevoller Arbeit selbst aus.

Am Ende blieb die Frage, wie wir unsere Ergebnisse präsentieren könnten, um zu einem fairen Schokoladenkonsum anzuregen. Da dieser üblicherweise beim bunten Schokoladenregal und der Frage beginnt, ob Schokolade für etwas mehr Geld tatsächlich besser schmeckt, entschlossen wir uns für ein kurzes Theaterstück, welches sich an der Kasse eines Supermarkt abspielen könnte – unsere Scholler sind eben wahre Multitalente!

Im Sinne der drei Bereiche der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – haben wir Schokolade näher kennengelernt und damit teilweise auch einen faden „Beigeschmack“. Dass jeder von uns etwas tun kann, um Schokolade fairer zu machen, war das Ziel unseres Projektes, das letztlich über 300 Personen in der Schulaula erreichte. Im Sinne einer bekannten Schokowerbung lautet das Fazit also: Fair. Lecker. Gut.

Katharina Esser

Fundkiste

(Auszug aus dem Auftritt des Projekts – Umwelttheater)
Fundsachen fast aller Arten
finden kann man bei Herrn Karten!
Dort steht eine große Kiste,
die man sich mal anseh‘n müsste!
Heute steht sie auf der Bühn‘,
damit es auch alle seh‘n,
wie viel‘ Sachen voller Wert
‘s gibt, um die sich niemand schert.
Tausend Schuhe, Kleider, Flaschen
Schlüssel, Helme und auch Taschen.
Tausend Schuhe, Kleider, Flaschen
Schlüssel, Helme und auch Taschen.
Tausend Schuhe, Kleider, Flaschen
Schlüssel, Helme und auch Taschen.
Tausend Schuhe, Kleider, Flaschen
Schlüssel, Helme und auch Taschen.
Tausend Schuhe, Kleider, Flaschen
Schlüssel, Helme und auch Taschen.

Liebe Eltern!
Wollt ihr diese Anzahl mindern,
schreibt den Namen von uns Kindern
auf die Dosen, auf die Taschen,
näht ein Namensschild auf Laschen,
legt eins in die Federmappe –
ruhig kann es sein aus Pappe –
klebt eins in die Fahrradhelme!
Wenn dann wir – die Kinderschelme –
wieder mal die Sachen suchen,
dabei wieder stille fluchen, (zur Seite: Verdammte Scheiße!)
um sie schließlich doch zu finden –
Lorbeerkränze wir euch winden –
ja, dann wird euch zugeraunt:
Meine Sachen – lost and —- found!

Michael Kaysers und Frida Drewitz, 6a